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Apropos... Sprachen in Luxemburg
In dieser Broschüre wird aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Diese generische Form schließt alle Geschlechtsidentitäten ein und steht für Inklusivität und Gleichstellung.
Es gibt nur wenige Länder wie Luxemburg, in denen sich der tägliche Gebrauch mehrerer Sprachen – ob mündlich oder schriftlich – über das gesamte Staatsgebiet und alle Lebensbereiche erstreckt. Luxemburg zeichnet sich aber genau durch diese Mehrsprachigkeit aus: Im Alltag begegnen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch den Sprachen der 180 im Großherzogtum vertretenen Nationalitäten. Hierzu zählen insbesondere Italienisch, Portugiesisch und Englisch, die die Migrationsbewegungen sowie die institutionelle und finanzielle Entwicklung des Landes widerspiegeln. Zusammen bilden diese Sprachen einen wichtigen Bestandteil der Identität des Landes und dienen als Grundlage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Ursprünge und Entwicklung der Mehrsprachigkeit in Luxemburg
Luxemburg ist ein sprachliches Mosaik, das im Laufe der Jahrhunderte unter dem Einfluss bedeutender europäischer Mächte entstanden ist – bereichert durch die Migrationsströme des 19. und 20. Jahrhunderts sowie durch das europäische Engagement des Landes. Das Luxemburgische ist seinerseits stark von germanischen und romanischen Sprachelementen geprägt. Nachdem es über weite Teile seiner Geschichte vor allem als gesprochene Sprache existierte, etabliert es sich heute zunehmend als Schriftsprache und gilt als erste Integrationssprache für ausländische Gemeinschaften.
Die Geschichte der luxemburgischen Sprache aus linguistischer Sicht
Die Ursprünge der luxemburgischen Sprache liegen im Mittelalter, insbesondere im 5. und 6. Jahrhundert. Zu jener Zeit lässt sich der germanische Stamm der Franken in weiten Teilen Frankreichs, Deutschlands und Belgiens nieder. Ihre Sprache ist jedoch nicht einheitlich – die Dialekte unterscheiden sich je nach Region erheblich. Aus dem in unseren Regionen gesprochenen Fränkisch bildet sich mit der Zeit das Moselfränkische heraus. Daraus entwickelt sich im Laufe der Jahrhunderte die luxemburgische Sprache. Wie Niederländisch und Englisch gehört somit auch Luxemburgisch zur Familie der westgermanischen Sprachen.
Die Karte zeigt die fächerförmige Verbreitung der westfränkischen Dialekte entlang historischer Lautgrenzen, die sich seit der germanischen Besiedlung herausgebildet haben. Vier isoglossenartige Lautlinien trennen die Dialekträume vom Niederfränkischen bis zum Rheinfränkischen. Das Luxemburgische (eine Varietät des Westmoselfränkischen) liegt zwischen der Dorp/Dorf-Grenze und der dat/das-Grenze.
Phonetische Veränderungen des Luxemburgischen als germanische Sprache
Im frühen Mittelalter kommt es innerhalb der fränkischen Dialekte in Westeuropa zu phonetischen Veränderungen. Im Altluxemburgischen setzt sich dieser Lautwandel teilweise durch, wie mehrere charakteristische Entwicklungen belegen:
t (zwischen Vokalen) → s(s)
Luxemburgisch: Waasser (de. Wasser)
Im Englischen bleibt das „t“ erhalten: water
p → f
Luxemburgisch: Duerf (de. Dorf)
Im Niederländischen bleibt das „p“ erhalten: Dorp
p ≠ pf
Luxemburgisch: Päerd und Kapp
Deutsch: Pferd und Kopf
Lexikalische Einflüsse auf das Luxemburgische
Zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert ist die Grafschaft Luxemburg – damals deutlich größer als das heutige Luxemburg – Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Bemerkenswert ist, dass Luxemburg an der Schnittstelle zwischen dem romanischen und dem germanischen Sprachraum liegt. So übt das Französische Einfluss auf den moselfränkischen Dialekt aus. Darüber hinaus bereichert das Lateinische den Wortschatz.
Luxemburgisch |
Latein |
|---|---|
Mauer |
murus |
Wäin |
vinum |
Fënster |
fenestra |
Keller |
cellarium |
Wörter französischer Herkunft
Der Einfluss des Französischen und Deutschen auf das Luxemburgische lässt im Laufe der Zeit nicht nach. Luxemburgisch befindet sich daher nicht einfach an einer Sprachgrenze, sondern an der Nahtstelle zwischen dem germanischen und dem romanischen Sprachraum. Dank des kontinuierlichen kulturellen und politischen Austauschs fließen zahlreiche Wörter aus beiden Sprachen in den luxemburgischen Wortschatz ein. Einige werden in ihrer ursprünglichen Form übernommen, jedoch mit lokaler Aussprache. Andere hingegen verändern sich phonetisch so stark, dass das französische Ursprungswort nicht immer leicht zu erkennen ist.
... mit neuem Akzent
Luxemburgisch |
Französisch |
|---|---|
Bi-jou |
bi-jou |
Pou-let |
pou-let |
Trot-toir |
trot-toir |
... die sich phonetisch verändert haben
Luxemburgisch |
Französisch |
|---|---|
Forschett |
fourchette |
Suen |
sous |
picken |
piquer |
fëmmen |
fumer |
Beispiele für übernommene Fremdwörter
Auch die Militärgeschichte Luxemburgs hinterlässt sprachliche Spuren, mit Begriffen wie Fort, Glacis und Redoute. Nach dem Zweiten Weltkrieg finden immer mehr Fremdwörter Eingang in die luxemburgische Sprache. Der internationale Austausch, der dreisprachige Unterricht (Deutsch, Französisch, Englisch), die Zuwanderung, die multikulturelle Prägung des Landes und der Einfluss der Medien begünstigen die rasche Übernahme von Begriffen aus unterschiedlichen Sprachen:
- Grande surface
- Sans-abri, Abseits (fr. hors-jeu)
- Elteren (fr. parents)
- Printer (fr. imprimante)
- downloaden (fr. télécharger)
- Bungalow
Die Geschichte der luxemburgischen Sprache aus institutioneller Sicht
1 000 Jahre Mehrsprachigkeit
Der Name Luxemburg stammt von Castellum Lucilinburhuc, einem Begriff aus dem Althochdeutschen, der „kleine Burg“ bedeutet und in einem mittelalterlichen lateinischen Text erwähnt wird. Die Burg wird von Graf Siegfried (~919-998) erbaut; im Laufe der Jahrhunderte dehnt sich das Gebiet der Grafschaft – später des Herzogtums – stetig aus und erreicht im 14. Jahrhundert eine Fläche von 10 000 km2 mit einer mehrsprachigen Bevölkerung.
Die Anwesenheit der Franzosen, zunächst unter Ludwig XIV. im Jahr 1684, später durch die Revolutionstruppen ab 1795 begünstigt die Nutzung des Französischen als Verwaltungs- und Gesetzessprache, auf Kosten des Lateins, das nach und nach verdrängt wird. Die Einführung des Zivilgesetzbuches Code Napoléon im Jahr 1804 festigt die Stellung des Französischen als vorherrschende Sprache im juristischen Bereich. Im Alltag wird weiterhin vorrangig Luxemburgisch gesprochen.
19. Jahrhundert
Nach dem belgischen Unabhängigkeitskrieg wird Luxemburg im Jahr 1839 geteilt: Der westliche Teil wird dem Königreich Belgien angegliedert, während der östliche Teil zu einem unabhängigen Staatsgebiet wird. Der Beitritt Luxemburgs zum Zollverein im Jahr 1842, ein vom Deutschen Bund dominiertes Wirtschaftsbündnis, begünstigt die Ansiedlung von deutschem Kapital und Unternehmen und führt zu einem Zustrom qualifizierter deutscher Arbeitskräfte. In der Folge setzt sich Deutsch als bevorzugte Sprache im Wirtschaftsleben durch. Die Arbeiterschaft hingegen stammt überwiegend aus Italien: Zwischen 1875 und 1910 wandern 10 138 Italiener nach Luxemburg ein – vor allem in den Süden des Landes – und prägen dort Sprache und Gesellschaft nachhaltig.
In der Presse nimmt Deutsch eine besondere Stellung ein, während Französisch die Sprache von Justiz und Verwaltung bleibt. Gesetzestexte werden auf Deutsch und Französisch veröffentlicht.
Der erste Lehrplan für die Grundschulen im Herzogtum Luxemburg, der um 1770 unter der Herrschaft der Österreicher und Kaiserin Maria Theresia erstellt wird, sieht das gleichzeitige Erlernen der deutschen und der französischen Sprache vor. Im Jahr 1843 wird die Mehrsprachigkeit in Luxemburg durch das Gesetz über den Grundschulunterricht verankert: Von nun an werden Deutsch und Französisch verpflichtend und gleichberechtigt ab der Grundschule unterrichtet. Luxemburg beginnt damit, seine eigene sprachliche Identität zu formen – an der Schnittstelle der germanischen und frankophonen Kultursphären. Die luxemburgische Sprache wird im Rahmen der Schulreform von 1912 erstmals in einem Gesetz erwähnt.
Gleichzeitig entwickelt sich das Luxemburgische mehr und mehr zur Sprache nationaler Zugehörigkeit. Zu dieser Zeit werden die ersten Wörterbücher veröffentlicht und es entstehen Gedichte, Lieder und Erzählungen in luxemburgischer Sprache. Zu den bedeutendsten Werken zählt Ons Heemecht („Unsere Heimat“, 1859), ein Gedicht von Michel Lentz, das 1864 von Jean-Antoine Zinnen vertont und später zur Nationalhymne Luxemburgs wird. Eine ebenso wichtige Rolle spielen Theaterstücke in luxemburgischer Sprache, insbesondere die beliebten Operetten und Vaudevilles von Edmond de la Fontaine, besser bekannt unter seinem Pseudonym „Dicks“.
20. Jahrhundert
Während der deutschen Besatzung von 1940 bis 1944 unternimmt die Besatzungsmacht neben den Bemühungen um die kulturelle Assimilation der Luxemburger auch den Versuch, alle Spuren der französischen Sprache aus dem öffentlichen Leben zu tilgen. Der Französischunterricht an den Schulen wird abgeschafft, Straßennamen werden geändert. Selbst Personen erhalten neue, germanisierte Vornamen: Aus Jean-Pierre wird Johann Peter, aus Catherine Katharina. In diesem Zusammenhang wird das Luxemburgische offiziell zum „Dialekt“ herabgestuft, – ein Schritt, der die Eingliederung Luxemburgs ins Deutsche Reich ideologisch untermauern soll. Doch die Personenstandsaufnahme von 1941, mit dem die Besatzer die Bevölkerung zur gewünschten Antwort – etwa zur Angabe von „Deutsch“ als Muttersprache – bewegen wollen, verfehlt ihr Ziel. Trotz Propaganda, Zensur und Einschüchterung antwortet ein erheblicher Teil der Bevölkerung mit „Luxemburgisch“ oder lässt die entsprechenden Felder leer. In diesem Klima des Widerstands hören viele Luxemburger auch die Stimme ihrer Großherzogin, die sich in luxemburgischer Sprache aus dem Exil in London über den Sender der BBC an ihr Volk richtet.
Nach 1945 festigt das Luxemburgische seine Stellung als zentrales kulturelles Element der luxemburgischen Identität. Auch Französisch wird als aktive Sprache weiter gestärkt – als bewusste Reaktion auf die zuvor erzwungenen Germanisierungsversuche – und in der luxemburgischen Sprache werden französische Wörter bevorzugt. Die Verfassungsreform von 1948 streicht zudem die Klausel, wonach Deutsch und Französisch auf gleicher Grundlage verwendet werden, und überlässt es dem Gesetzgeber, deren Gebrauch zu regeln.
Das 1984 verabschiedete Gesetz zur Sprachenregelung markiert einen Wendepunkt: Es erhebt das Luxemburgische zur Landessprache und legt fest, dass Luxemburgisch, Französisch und Deutsch gemeinsam den Status als Verwaltungs- und Gerichtssprachen haben.
Im Jahr 1989 wird Luxemburgisch durch das europäische Programm Lingua offiziell anerkannt, was eine weitere Bekräftigung des soziokulturellen Wiederauflebens der luxemburgischen Sprache darstellt.
Der wirtschaftliche Aufschwung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Ansiedlung europäischer Institutionen in Luxemburg ziehen eine neue Welle ausländischer Arbeitskräfte an. Seither bereichern große Gemeinschaften portugiesischer, italienischer, englischer oder balkanischer Muttersprache das sprachliche Umfeld. Zudem begünstigt die Niederlassung europäischer Institutionen in Luxemburg die Entstehung von Expat-Gemeinschaften, die diesen sprachlichen Melting Pot zusätzlich bereichern.
21. Jahrhundert
Während Französisch, Englisch und Deutsch wichtige Verkehrssprachen im Berufsleben sind, profitiert das Luxemburgische weiterhin von gezielten Fördermaßnahmen. Darüber hinaus trägt das Aufkommen digitaler Medien entscheidend dazu bei, dass Luxemburgisch erstmals in seiner Geschichte vermehrt auch als Schriftsprache verwendet wird. Es folgt ein regelrechter Boom der luxemburgischen Sprache in Druckerzeugnissen und im Internet.
Für den Erwerb der luxemburgischen Staatsbürgerschaft werden Kenntnisse der luxemburgischen Sprache vorausgesetzt. So schreibt das Gesetz vom 8. März 2017 über die luxemburgische Staatsangehörigkeit vor, dass eine erfolgreiche Sprachprüfung Voraussetzung für die Einbürgerung ist.
Was seinen offiziellen Status angeht, so erlebt Luxemburgisch einen bedeutenden Aufschwung, da es nun ausdrücklich in der Verfassung – dem grundlegenden Rechtsakt, der die Funktionsweise des Staates regelt – erwähnt wird. Seit dem 1. Juli 2023 erkennt die Verfassung des Großherzogtums das Luxemburgische als Landessprache an, und legt fest, dass der Gebrauch der luxemburgischen, französischen und deutschen Sprache gesetzlich geregelt ist. Diese Änderung stärkt die Rechtsgrundlage für die Förderung der luxemburgischen Sprache und bestätigt zugleich den mehrsprachigen Charakter des Landes.
Die Zählkarte vom 10. Oktober 1941 enthielt Fragen unter anderem zur Staatsangehörigkeit, zur Muttersprache und zur ethnischen Zugehörigkeit. Obwohl Luxemburgisch von den Besatzungskräften als Dialekt eingestuft und daher nicht als Muttersprache anerkannt war, ist „Luxemburgisch“ hier dennoch in genau diesem Feld eingetragen.
Sprachgebrauch im Großherzogtum
Moien, bonjour, hallo, bom dia, hello, buongiorno...
Willkommen in Luxemburg! Dank seines kosmopolitischen Charakters ist das Großherzogtum ein Sonderfall in Europa. Mit einer stetig wachsenden Zahl von Einwohnern aus allen Teilen der Welt überrascht es nicht, dass auch die Zahl der gesprochenen Sprachen kontinuierlich steigt. Luxemburg zeichnet sich durch seine sprachliche Vielfalt aus – sei es im Alltag, im politischen Leben, am Arbeitsplatz, in der Schule oder in den Medien.
Gelebte Mehrsprachigkeit im Alltag
In Luxemburg benutzt jeder im Alltag mehrere Sprachen, um sich zu verständigen oder die Nachrichten anderer zu entschlüsseln – und dies zu jeder Tageszeit und in jeder Situation.
So findet das tägliche Leben in Luxemburg in einer echten sprachlichen Vielfalt statt. Ein kurzer Spaziergang durch die Hauptstadt genügt, um sich dessen bewusst zu werden. Alle Sprachen der Welt begegnen sich hier und fügen sich harmonisch in ein multikulturelles Miteinander – ob auf Sommerterrassen, in den Straßen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Supermarkt, beim Fußballspiel oder abends im Freundeskreis. Ein wahres Sprachgewirr, das bereits morgens in der Bäckerei beginnt, wo man sein Croissant meist auf Französisch bestellt, beim Mittagessen ins Luxemburgische übergeht, und schließlich ins Englische wechselt, wenn der Barkeeper abends die Getränke abkassiert.
Code-Switching, also das Wechseln zwischen mehreren Sprachen, gehört somit für alle Bewohner zum Alltag. Dies ist kaum verwunderlich, denn mit einem Ausländeranteil von 47 % und rund einer Viertelmillion Grenzgängern, die täglich zur Arbeit nach Luxemburg pendeln, ist die Verwendung mehrerer Sprachen im Alltag längst zur Normalität geworden.
Sprachgebrauch: alles eine Frage des Kontexts
Im Großherzogtum ist die Mehrsprachigkeit allgegenwärtig. Luxemburgisch, Französisch, Deutsch, Englisch, Portugiesisch sowie Italienisch und Spanisch gehören zu den am meisten gesprochenen Sprachen. Doch die Sprachlandschaft ist in erster Linie durch die Dreisprachigkeit gekennzeichnet, in der Luxemburgisch eine zentrale Rolle einnimmt – als vorherrschende Alltagssprache, die am häufigsten verwendet wird.
Ein ähnliches Sprachprofil zeigt sich auch in einem an der Universität Luxemburg durchgeführten Forschungsprojekt zur Sprachförderung mit dem Titel: Étude variationniste sur la communication des jeunes au Luxembourg: une analyse des structures d’usage dans les interactions par messagerie instantanée („Variationsstudie über die Kommunikation junger Menschen in Luxemburg: eine Analyse der Gebrauchsstrukturen in der Instant-Messaging-Kommunikation“). Im Rahmen dieser Studie wird anhand einer Stichprobe der Sprachgebrauch junger Menschen in sozialen Netzwerken analysiert. Daraus geht hervor, dass sie in ihrem schriftlichen Austausch auf Plattformen wie WhatsApp, Snapchat oder Instagram hauptsächlich die folgenden Sprachen verwenden: an erster Stelle Luxemburgisch, gefolgt von Englisch, dann Französisch und an vierter Stelle Deutsch. Hinzu kommen die Sprachen der am stärksten vertretenen Gemeinschaften im Land, insbesondere Portugiesisch, Italienisch, Spanisch sowie die Sprachen des ehemaligen Jugoslawiens. Während diese Untersuchung das Sprachverhalten Jugendlicher im digitalen Raum beleuchtet, erweitert die nachfolgende Studie die Perspektive und untersucht den Sprachgebrauch im Alltag.
Laut der Studie Une diversité linguistique en forte hausse („Starker Anstieg der sprachlichen Vielfalt“) des Nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaftsstudien (Statec), die auf der Volkszählung von 2021 basiert, ist Luxemburgisch weiterhin die Hauptsprache derjenigen, die schon lange im Land leben – meist Personen mit luxemburgischer Staatsangehörigkeit. Dagegen beherrscht nur ein kleiner Teil der Zuwanderer diese Sprache bei ihrer Ankunft. Einige von ihnen, vor allem ihre Kinder, erlernen die luxemburgische Sprache nach und nach. Andere wiederum integrieren sich vor allem über das Französische, das nach wie vor die meistverwendete Sprache auf dem Arbeitsmarkt ist.
Dieses Integrationsmodell, das seit dem wirtschaftlichen Aufschwung in der Nachkriegszeit (1945-1975) fest etabliert ist, steht heute vor zwei neuen Herausforderungen:
· Das Wirtschaftswachstum in Luxemburg hat sich stark beschleunigt und führt zu einem europaweit einzigartigen Anstieg der Einwohnerzahl – insbesondere in der erwerbstätigen Bevölkerung. Seit der Volkszählung 2011 ist die Einwohnerzahl um 33,1 % gestiegen – von 512 353 auf 681 973 Personen.
· Das Sprachprofil der neuen Zuwanderer ist deutlich vielfältiger geworden. Englisch und andere Sprachen gewinnen an Bedeutung – sowohl als Hauptsprachen als auch im täglichen Gebrauch.
Vergleich der Bevölkerung nach Hauptsprache in den Jahren 2011 und 2021
| Bevölkerung nach Hauptsprache | 2011 (Anzahl) |
2011 (in Prozent) |
2021 (Anzahl) |
2021 (in Prozent) |
|---|---|---|---|---|
Luxemburgisch |
265 731 |
55,8 % |
275 361 |
48,9 % |
Portugiesisch |
74 636 |
15,7 % |
86 598 |
15,4 % |
Französisch |
57 633 |
12,1 % |
83 802 |
14,9 % |
Englisch |
10 018 |
2,1 % |
20 316 |
3,6 % |
Italienisch |
13 896 |
2,9 % |
20 021 |
3,6 % |
Deutsch |
14 658 |
3,1 % |
16 412 |
2,9 % |
Andere Sprachen |
40 042 |
8,4 % |
60 582 |
10,8 % |
Total |
476 614 |
100 % |
563 092 |
100 % |
In der Statec-Studie wird bei der Analyse der Sprachlandschaft in Luxemburg zwischen „Hauptsprache“ und „gewöhnlich verwendeter Sprache“ unterschieden. Auch wenn dieser Ansatz hilfreich ist, um sprachliche Minderheiten zu identifizieren, erschwert er zugleich ein realistisches Abbild der tatsächlichen Situation im Großherzogtum – einer Bevölkerung, die weithin als mehrsprachig gilt. Daher lässt sich auf Grundlage der Studie keine verlässliche Schätzung zur Anzahl der Luxemburgischsprechenden ableiten.
Amtssprachen
Seit 2023 sind die luxemburgische Sprache und die Mehrsprachigkeit in der Verfassung verankert. Die Anwendung der Sprachen wird durch das Gesetz vom 24. Februar 1984 zur Sprachenregelung bestimmt. Dieses Gesetz erklärt Luxemburgisch zur Landessprache, legt aber ebenfalls die Verwendung der anderen Sprachen bei Amtshandlungen fest. So werden Gesetze und ihre Ausführungsbestimmungen auf Französisch verfasst. In den Bereichen Verwaltung und Justiz können Französisch, Deutsch und Luxemburgisch benutzt werden.
Auch die Bevölkerung kann ihre Verwaltungsanträge in einer dieser drei Sprachen einreichen. Die Behörden sind jedoch nicht strikt verpflichtet, der gewählten Sprache in ihrer Antwort zu folgen. Vielmehr heißt es im Gesetz: „Ist ein Verwaltungsantrag in französischer, deutscher oder luxemburgischer Sprache abgefasst, so hat die Verwaltung nach Möglichkeit die vom Antragsteller gewählte Sprache für ihre Antwort zu verwenden.“ (Gesetz vom 24. Februar 1984 zur Sprachenregelung, Art. 4)
In der Politik
Im parlamentarischen Kontext ist die Verwendung einer bestimmten Sprache nicht formell festgelegt. Dies zeugt von der Bedeutung der sprachlichen Rechte, über die die Abgeordneten verfügen. In den letzten Jahren ist jedoch ein allmähliches Verschwinden der französischen Sprache von der Rednertribüne zugunsten des Luxemburgischen zu beobachten. So finden die regelmäßigen Debatten und Berichte der öffentlichen Sitzungen der Abgeordnetenkammer in den meisten Fällen auf Luxemburgisch statt.
In der schriftlichen Kommunikation – insbesondere bei offiziellen Erklärungen oder parlamentarischen Anfragen – zogen die Minister früher meist das Französische dem Luxemburgischen vor. Inzwischen nimmt jedoch auch in diesen Bereichen die Verwendung der luxemburgischen Sprache zu: Sie wird zunehmend auch in der schriftlichen Kommunikation eingesetzt. Die schwache Präsenz der deutschen Sprache im nationalen öffentlichen Leben findet einen gewissen Ausgleich auf kommunaler Ebene. Im Gemengebuet, also dem Gemeindeblatt, das alle Bürger über das gesellschaftliche, kulturelle, politische und finanzielle Leben in ihrer Gemeinde informiert, findet sich häufig Deutsch neben Französisch und Luxemburgisch, und gelegentlich auch neben Portugiesisch und Englisch. Die Sprachauswahl richtet sich hier nach dem jeweiligen sprachlichen Profil der Gemeinde.
Sprachen in der Arbeitswelt
Die Berufswelt in Luxemburg ist genauso vielsprachig und vielfältig wie das Land selbst. Je nach Unternehmen, Branche, Art der Dienstleistung oder Rolle der Verwaltung, kann die Arbeitssprache variieren. Luxemburgisch, Französisch, Deutsch, Englisch und Portugiesisch gehören zu den am häufigsten gesprochenen Sprachen – auf der Baustelle, im Büro, unter Kollegen oder in Besprechungen. Zudem ist es durchaus üblich, am Arbeitsplatz mehrere Sprachen zu verwenden.
In den vergangenen Jahrzehnten ist das Arbeitsumfeld in Luxemburg durch die Muttersprachen seiner ausländischen Einwohner sowie durch internationale Arbeitskräfte sprachlich vielfältiger geworden. Besonders Englisch gewinnt in Bereichen wie Finanzwesen, Versicherungen oder Forschung zunehmend an Bedeutung. Ähnlich wie das Französische dient es häufig als Verkehrssprache in Meetings.
Mehrsprachigkeit gilt bei Arbeitgebern als klarer Vorteil. Französisch bleibt dabei die am meisten geforderte Sprache in allen Berufsfeldern. Luxemburgisch ist vor allem in der öffentlichen Verwaltung, im öffentlichen Transportwesen, im Bildungswesen, im Gesundheits- und Pflegebereich, im Kommunikationssektor sowie überall dort gefragt, wo der luxemburgische Kundenkontakt stark ausgeprägt ist.
Im Jahr 2021 bleibt Luxemburgisch die meistgesprochene Sprache in Luxemburg – auch wenn sein Anteil im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung zurückgegangen ist. Darüber hinaus wird Französisch häufig verwendet, gefolgt von Englisch, dessen Gebrauch weiter zunimmt. Die Zahl der Deutschsprachigen ist hingegen deutlich zurückgegangen, während Portugiesisch weiterhin weit verbreitet ist. Der Gebrauch der „sonstigen Sprachen“ hat erheblich zugenommen, was die wachsende sprachliche Vielfalt im Land widerspiegelt.
Gesprochene Sprachen bei der Arbeit, in der Schule und/oder zu Hause (Mehrere Antworten möglich)
Gesprochene Sprachen bei der Arbeit, in der Schule und/oder zu Hause |
2011 (Anzahl) |
2011 (in Prozent) |
2021 (Anzahl) |
2021 (in Prozent) |
|---|---|---|---|---|
Luxembouurgisch |
323 557 |
70,5 % |
292 025 |
61,2 % |
Französisch |
255 669 |
55,7 % |
242 534 |
50,8 % |
Deutsch |
140 590 |
30,6 % |
107 115 |
22,5 % |
Portugiesisch |
91 872 |
20 % |
94 340 |
19,8 % |
Italienisch |
28 561 |
6,2 % |
27 501 |
5,8 % |
Englisch |
96 427 |
21 % |
122 467 |
25,7 % |
Andere Sprachen |
55 298 |
12,1 % |
85 796 |
18 % |
Total (Befragte) |
458 900 |
/ |
477 061 |
/ |
Sprachen in der Schule
Das luxemburgische Bildungssystem ist mehrsprachig. In der Regel ist Deutsch die Unterrichtssprache in der Grundschule und in den unteren Klassen der Sekundarstufe. In den oberen Klassen des Sekundarunterrichts werden die meisten Fächer auf Französisch unterrichtet. Diese Mehrsprachigkeit ist einerseits ein Vorteil in einer offenen und vielfältigen Welt, stellt andererseits aber auch eine Herausforderung für Schüler mit unterschiedlicher sprachlicher Herkunft dar. Öffentliche Schulen bieten zudem internationale Klassen auf Französisch und Englisch, spezielle Willkommensklassen sowie interkulturelle Vermittlung durch geschulte Fachkräfte.
Frühe Einführung in die Mehrsprachigkeit
In Luxemburg wird der Besuch einer zweisprachigen Kindertagesstätte vom Staat stark gefördert. Die schulische Früherziehung (ab dem Alter von drei Jahren) ist fakultativ. Der obligatorische Grundschulunterricht beginnt im Alter von vier Jahren und umfasst vier Zyklen von jeweils zwei Jahren.
In der schulischen Früherziehung und im 1. Zyklus der Grundschule sprechen die Lehrkräfte so weit wie möglich Luxemburgisch. Im Vordergrund steht die sprachliche Förderung aller Kinder – insbesondere derjenigen mit Migrationshintergrund, für die die Schule oft den ersten Kontakt mit der luxemburgischen Sprache darstellt. Seit der Einführung eines mehrsprachigen Bildungsprogramms in den Kindertagesstätten zählt auch die Heranführung an die französische Sprache zu den Zielen des 1. Zyklus.
In den Zyklen 2 bis 4 der Grundschule werden weitere Sprachen eingeführt und unterrichtet. Der Schriftspracherwerb erfolgt auf Deutsch; Französisch wird ab Zyklus 2 (mündlich) und ab Zyklus 3 (schriftlich) unterrichtet. Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Ab dem Schuljahr 2027/2028 ist in den Schulen die Möglichkeit vorgesehen, zwischen einer Beschulung auf Deutsch oder Französisch zu wählen, wobei bestimmte Fächer auf Luxemburgisch unterrichtet werden.
Englisch und weitere moderne Fremdsprachen
Der Sekundarunterricht richtet sich an Jugendliche ab 12 Jahren, die dann öffentliche Schulen (in der Regel Lycées), private Schulen (mit offiziellen Lehrplänen des Ministeriums oder anderen Programmen) oder Europäische Schulen besuchen. Je nach gewähltem Programm sind die Lehrpläne unterschiedlich stark mehrsprachig ausgerichtet und bieten eine beeindruckende Vielfalt an Möglichkeiten zum Spracherwerb. Ein vollständiger Bildungsgang in der Sekundarstufe dauert ohne Klassenwiederholung sieben Jahre.
In den ersten Jahren des Sekundarunterrichts bleibt Deutsch die Unterrichtssprache, mit Ausnahme des Französisch- und Mathematikunterrichts. Englisch wird ab dem zweiten Jahr unterrichtet, außer für die Schüler im lateinischen Zweig, für die der Englischunterricht ein Jahr später beginnt. Einige weiterführende Schulen bieten auch eine Einführung in die chinesische Sprache an. Im klassischen Sekundarunterricht wird Französisch ab dem vierten Jahr zur Unterrichtssprache. Ab dem fünften Jahr können die Schüler eine vierte moderne Fremdsprache hinzuwählen (Italienisch, Spanisch oder Portugiesisch). Im allgemeinen Sekundarunterricht bleibt Deutsch in der Regel die Unterrichtssprache, außer in bestimmten Fächern oder Klassen mit besonderer Sprachregelung, in denen auf Französisch unterrichtet wird.
Im allgemeinen und klassischen Sekundarunterricht gibt es bestimmte Aufnahmeprogramme für Schüler, die einen Teil ihrer schulischen Laufbahn im Ausland absolviert haben und keine der drei Verwaltungssprachen des Landes sprechen.
Außerschulische Angebote
Sowohl für Grundschüler als auch für Sekundarschüler bieten rund 50 Institute oder Kultureinrichtungen Sprach- und Kulturkurse an. Einige Einrichtungen stellen sogar Bescheinigungen über die erworbenen Kompetenzen aus, wodurch den Schülerinnen und Schülern der Zugang zu einem Hochschulstudium im Heimatland erleichtert wird.
In mehreren Sprachen studieren
Die Universität Luxemburg steht ebenfalls unter dem Zeichen der Mehrsprachigkeit, die zu ihren Grundprinzipien gehört. Generell sind Französisch und Deutsch die Unterrichtssprachen. Für bestimmte Studiengänge können jedoch nachgewiesene Kenntnisse in Englisch erforderlich sein. Die Universität bietet auch einen Lehrgang in luxemburgischer Sprachwissenschaft und Literatur an.
Das luxemburgische Schulsystem
Schulstufe |
Alter der Schüler |
Einzelheiten |
|
|---|---|---|---|
| Grundschule: Zyklus 1 | 3 Jahre 4-5 Jahre |
Schulische Früherziehung (fakultativ) Vorschule (obligatorisch) |
|
| Grundschule: Zyklus 2 bis 4 | 6-11 Jahre | Grundschulunterricht (obligatorisch) | |
Sekundarschule |
12-18/19 Jahre | Die Schulpflicht gilt bis zum 1. September nach dem 16. Geburtstag. Ab dem Schuljahr 2026/2027 gilt sie bis zum 18. Lebensjahr. |
Luxemburgisch wird auch als Fremdsprache gelehrt. Alle internationalen Schulen sind verpflichtet, Luxemburgischkurse für ihre Schüler anzubieten.
Die öffentlichen internationalen Schulen stehen allen Schülern ohne Anmeldegebühr offen. Sie bieten französisch-, englisch- oder deutschsprachige Klassen für die Grund- und Sekundarschulbildung an. Einige dieser Schulen bieten auch vorschulische Programme an, in denen Kinder ab drei Jahren nach dem Lehrplan der Europäischen Schulen in einem mehrsprachigen Umfeld betreut und gefördert werden. Private internationale Schulen ergänzen das mehrsprachige Angebot.
Sprachen in den Medien
Das Thema Mehrsprachigkeit ist auch in der luxemburgischen Presse sehr präsent, die als regelrechter Spiegel der sprachlichen Alltagssituation fungiert. Vor diesem gesellschaftlichen, kulturellen und mehrsprachigen Hintergrund – und um den Bedürfnissen der ausländischen Bevölkerung gerecht zu werden – präsentieren sich inzwischen auch die einheimischen Medien polyglott. So bieten Printmedien sowie Radio- und Fernsehsender Inhalte in mehreren Sprachen an, darunter Französisch, Deutsch, Luxemburgisch, Portugiesisch und Englisch.
Printmedien
Deutsch bleibt die meistverwendete Sprache in den Printmedien, insbesondere in den mehrsprachigen Tageszeitungen des Landes wie dem Luxemburger Wort, dem Tageblatt oder der Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek. Weitere Zeitungen wie Le Quotidien oder L’essentiel werden nur auf Französisch verfasst. Die erste Zeitung, die sich an die große portugiesischsprachige Gemeinschaft richtet, Contacto, erschien zunächst nur monatlich, mittlerweile aber wöchentlich.
Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Wochenzeitungen und Zeitschriften. Die älteste allgemeine Wochenzeitung, d’Lëtzebuerger Land, arbeitet mehrsprachig: Sie veröffentlicht Beiträge auf Französisch, Englisch und Luxemburgisch. Ähnlich verfährt auch die Wochenzeitung Woxx, deren Inhalte überwiegend auf Deutsch und Französisch erscheinen. Die Wahl der Sprache richtet sich auch nach der Zielgruppe: Die Wochenzeitschriften Revue und Télécran, die sich an eine familienorientierte und überwiegend luxemburgische Leserschaft richten, erscheinen auf Deutsch. Delano, ein englischsprachiges Magazin, bietet Inhalte für die internationale Gemeinschaft Luxemburgs.
Insgesamt ist der Sprachgebrauch in luxemburgischen Zeitungen und Zeitschriften sehr vielfältig. Die Inhalte richten sich somit an alle gesellschaftlichen Gruppen und decken ein breites Themenspektrum ab – von internationalen Nachrichten über nationale Politik bis hin zu Wirtschaft und Sport – und dies in den gängigsten Sprachen des Landes. Dies gilt auch für die Onlinepresse. Was die Sprachauswahl betrifft, so können Nutzerinnen und Nutzer in der Regel zwischen einer deutsch-, französisch- oder englischsprachigen Version wählen. Das Portal reporter.lu veröffentlicht seine Beiträge beispielsweise in wechselnden Sprachen, darunter regelmäßig auch Reportagen auf Luxemburgisch. Auf der Website rtl.lu sind sämtliche Beiträge auf Luxemburgisch verfügbar, während RTL Infos eine Auswahl auf Französisch und RTL Today Inhalte auf Englisch anbietet.
Fernsehen
Die Mehrsprachigkeit prägt auch unweigerlich den Konsum audiovisueller Medien – allen voran das Fernsehen. Während das Fernsehangebot in den 1970er-Jahren noch stark begrenzt war, hat sich die Fernsehlandschaft im Laufe der Zeit durch ein nie dagewesenes, mehrsprachiges Programmangebot deutlich ausgeweitet. Dank des Satellitenfernsehens oder digitalen Kabelfernsehens ist Luxemburg heute mit der ganzen Welt vernetzt und kann auf eine vielfältige Auswahl an Sendern aus unterschiedlichen Kultur- und Sprachräumen zugreifen.
Dennoch sieht die Mehrheit der Bevölkerung überwiegend französisches und deutsches Fernsehen. Bei den französischsprachigen Zuschauern sind die Sender TF1, FRANCE 2, M6 und RTBF La Une besonders beliebt. Bei den deutschsprachigen Zuschauern liegen ARD, ZDF, RTL und Pro7 vorn. Der portugiesische Sender TVI Internacional verzeichnet im Vergleich eine eher moderate Einschaltquote.
Seit 1991 hat die luxemburgische Sprache mit dem Start einer täglichen Nachrichtensendung auf RTL Télé Lëtzebuerg einen festen Platz im Fernsehprogramm erhalten. Heute erreichen die Sender der RTL-Gruppe – RTL Télé Lëtzebuerg, RTL Zwee und RTL Play – gemeinsam 20,1 % der luxemburgischen Bevölkerung.
Radio
Die Radiolandschaft in Luxemburg spiegelt das gesellschaftliche Gefüge wider. Die Vielzahl an Sendern trägt der sprachlichen und kulturellen Diversität der Hörerschaft Rechnung. Der französischsprachige Sender L’essentiel Radio erreicht 10,5 % der Bevölkerung, Radio Latina (2,4 %) sendet auf Portugiesisch und Spanisch, während RTL Radio (6,2 %) in deutscher Sprache ausstrahlt. Trotz einer vergleichsweise kleineren Tagesreichweite sendet Radio ARA in zahlreichen Sprachen – darunter Französisch, Deutsch, Englisch, Luxemburgisch, Portugiesisch, Spanisch und Italienisch.
Im Vergleich zu anderen Medien bietet das Radio in Luxemburg das umfangreichste Programmangebot auf Luxemburgisch. RTL Radio Lëtzebuerg (31,3 %), Eldoradio (16,2 %) und Radio 100,7 (5,2 %) geben der luxemburgischen Sprache eine Stimme und erzielen die höchsten täglichen Hörerzahlen im Land.
Beliebtheit von Fernsehsendern nach Sprache (Basierend auf den beliebtesten Sendern – tägliche Reichweite)
| Beliebteste Sender | Tägliche Reichweite (in Prozent) |
|---|---|
RTL Télé Lëtzebuerg |
20,1% |
TF1 |
10,4% |
France 2 |
6,9% |
M6 |
6,6% |
La Une |
3,2% |
ARD |
9,9% |
ZDF |
9,3% |
RTL |
4,8% |
Pro7 |
4,5% |
TVI |
3,0% |
Sprachen in der Kultur
Als echtes Symbol seiner Verankerung im Herzen Europas spiegeln sich Luxemburgs Engagement für das europäische Projekt und seine Offenheit gegenüber anderen Kulturen in einer lebendigen, mehrsprachigen Kulturszene wider. In einer globalisierten Welt ist die Verwurzelung in der eigenen Kultur für ein kleines Land wie Luxemburg besonders bedeutsam; ein Land, das sowohl von seiner jungen Geschichte als auch von seiner mehrsprachigen Gesellschaft geprägt ist. Luxemburg liegt am Schnittpunkt germanischer und romanischer Einflusssphären und hat im Zuge seiner Migrationsgeschichte eine spezifische Kultur hervorgebracht – geprägt von sprachlicher und kultureller Vielfalt – die heute ein zentrales Element der nationalen Identität bildet. Das umfangreiche Angebot an Veranstaltungen in mehreren Sprachen dient dabei als Weg zur Integration für alle Bevölkerungsgruppen..
Die luxemburgische Literatur
Das literarische Schaffen in luxemburgischer Sprache erlebt gegen Ende des 19. Jahrhunderts seine Blütezeit – mit Werken wie E’ Schrek ob de’ Lezeburger Parnassus („Ein Schritt auf dem Luxemburger Parnassus“, 1829) von Anton Meyer und dem Nationalepos Renert oder de Fuuß am Frack an a Ma’nsgrëßt („Renert oder der Fuchs im Frack und in Mannesgröße“, 1872) von Michel Rodange. Der Begriff „luxemburgische Literatur“ beschränkt sich jedoch nicht auf in luxemburgischer Sprache verfasste Werke. Vielmehr zeichnen sich die verschiedenen Einflüsse anderer Sprachen auch in der literarischen Landschaft des Großherzogtums ab. So ist es zum Beispiel bei Jean Portante, der hauptsächlich auf Französisch schreibt, bei Claudine Muno und Jemp Schuster, deren Werke überwiegend auf Luxemburgisch verfasst sind, sowie bei Ulrike Bail und Elise Schmit, die sich vor allem auf Deutsch ausdrücken.
Es ist jedoch keineswegs ungewöhnlich, dass Schriftstellerinnen und Schriftsteller von einem Werk zum nächsten die Sprache wechseln – wie etwa Anise Koltz, Guy Rewenig, Nico Helminger, Carine Krecké oder Lambert Schlechter. 2018 veröffentlicht Jeff Schinker Sabotage, einen viersprachigen Roman, in dem die Figuren und die Handlung in den Hintergrund geraten. Hier sind die Sprachen die wahren Protagonisten – genau wie im luxemburgischen Alltag.
Während Luxemburgisch, Französisch und Deutsch weiterhin die beliebtesten Sprachen bei den Literaturschaffenden sind, finden auch weitere Sprachen ihr Publikum. Hiervon zeugen die Buchläden und Bibliotheken, die häufig auch Publikationen auf Englisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch anbieten.
Auf der Bühne
In der Theaterwelt teilen sich lokale Produktionen, internationale Koproduktionen sowie Stars des Großherzogtums und aus dem Ausland die Bühne. Der sprachliche Reichtum der Kulturszene ermöglicht es, Theaterstücke in ihrer Originalsprache aufzuführen – ein Ausdruck der Offenheit der luxemburgischen Gesellschaft gegenüber anderen Kulturen. Die sprachliche Vielfalt der Ensembles sowie der weltweite Ruf der im Großherzogtum auftretenden Theatergruppen und Schauspieler ziehen ein breit gefächertes Publikum aus dem In- und Ausland an.
Audiovisuelle Produktionen
In Luxemburg werden Filme systematisch in Originalfassung mit französischen und wahlweise deutschen oder niederländischen Untertiteln gezeigt – sehr zur Freude der Kinofans.
Die nationale Produktion von Filmen und Fernsehserien erlebte in den letzten Jahren einen wachsenden Erfolg. Auch dabei spielt die Mehrsprachigkeit eine wichtige Rolle: Viele Filme werden in den verschiedenen Landessprachen Luxemburgs gedreht – einige Produktionen sind sogar mehrsprachig. Die zweite Staffel der Serie Capitani ist ein perfektes Beispiel für den häufigen Wechsel zwischen verschiedenen Sprachen – manchmal sogar innerhalb eines einzigen Satzes – der das alltägliche gesellschaftliche Leben in Luxemburg prägt.
Die sprachliche Vielfalt Luxemburgs wird auch bei internationalen Koproduktionen deutlich, wo sie von erheblichem Vorteil ist und den Ruf Luxemburgs bis über seine Landesgrenzen hinausträgt. Mr Hublot, Oscar-Preisträger 2014 in der Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“, stellt nicht nur einen Triumph für den audiovisuellen Sektor in Luxemburg dar, sondern ist auch ein herausragendes Beispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit (Luxemburg/ Frankreich). Bad Banks, ein weiteres gelungenes mehrsprachiges Projekt, ist eine deutsch-luxemburgische Koproduktion, die in der Kategorie „Beste Dramaserie“ bei den International Emmy Awards nominiert war. Auch die Fernsehserie Capitani, eine Koproduktion von Samsa Film, RTL Télé Lëtzebuerg, Artémis Productions und Shelter Productions, schaffte es nach ihrer Ausstrahlung auf Netflix in vielen Ländern in die Top Ten.
Eine mehrsprachige Musikszene
Auch der Musikszene in Luxemburg kommt die sprachliche Situation des Landes zugute. Ob Rock, Pop, Jazz, Rap oder Metal: Musikerinnen und Musiker aus dem Großherzogtum drücken sich in der Sprache ihrer Wahl aus und finden dennoch stets ein Publikum für ihre Musik. Ursprünglich unter dem Namen CHAILD bekannt, begann Adriano Selva mit englischsprachigen Titeln, bevor er sich einem französischsprachigen Repertoire zuwandte. Die Hip-Hopper von De Läb sowie die Künstlerin Nicool rappen auf Luxemburgisch, während Maz Univerze sich auf Englisch ausdrückt. Das vielfältige Programm von Musikeinrichtungen wie der Philharmonie, der Rockhal und Den Atelier sowie die zahlreichen Festivals und Konzerte im ganzen Land ziehen Publikum aus dem In- und Ausland an.
Die Sprachenvielfalt in der Kultur spiegelt den sprachlichen Reichtum der luxemburgischen Gesellschaft wider. Dieses polyphone Schaffen wird in der Nationalbibliothek Luxemburgs unter dem Sammelbegriff „Luxemburgensia“ erfasst. Darunter fallen alle literarischen Werke und Druckerzeugnisse, die entweder von Personen mit luxemburgischer Staatsangehörigkeit verfasst wurden, in Luxemburg erschienen sind oder sich thematisch mit dem Land befassen – unabhängig davon, in welcher Sprache sie geschrieben wurden. Um die Forschung in diesem Bereich zu vertiefen, wurde eine eigene Institution gegründet: das Nationale Literaturzentrum (Centre nationale de littérature).
Fördermaßnahmen
Vor dem multikulturellen und mehrsprachigen Hintergrund des Großherzogtums spielt die luxemburgische Sprache eine zentrale Rolle. Sie fördert Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt und stärkt zugleich die kulturelle Identität. Die Fördermaßnahmen der letzten Jahre zielen auf die Einführung einer Sprach- und Kulturpolitik ab, die in enger Abstimmung mit allen gesellschaftlichen Akteuren entwickelt wird.
Normierung der luxemburgischen Sprache und Stärkung ihres Stellenwerts
Seit den 1980er Jahren gewinnt die luxemburgische Sprache im Großherzogtum zunehmend an Bedeutung. Ein entscheidender Schritt ist ihre Aufnahme als Landessprache in das Gesetz über die Sprachenregelung von 1984. Damit wird ihre Rolle als Sprache der Kommunikation, Integration und kulturellen Produktion klar verankert – wie auch ihre Erwähnung in der Verfassung von 2023 belegt.
Seit vielen Jahren setzt sich Luxemburg aktiv für die Förderung der luxemburgischen Sprache und der Mehrsprachigkeit ein. 2017 führt das Land eine nationale Strategie zur Förderung der Landessprache ein, begleitet von Leitlinien für eine langfristige Sprachpolitik. Ein Jahr später bestätigt das Gesetz vom 20. Juli 2018 diese Verpflichtung und umfasst einen auf über 20 Jahre ausgelegten Aktionsplan. Zudem schafft es neue Institutionen, die für die Umsetzung der Maßnahmen zuständig sind: der Kommissar für die luxemburgische Sprache, das Zenter fir d’Lëtzebuerger Sprooch (ZLS – „Zentrum für die luxemburgische Sprache“) sowie der seit 1998 bestehende Ständige Rat für die luxemburgische Sprache (CPLL), der die Fördermaßnahmen weiterhin begleitet.
Das ZLS stellt innovative digitale Tools zur Verfügung, um den Gebrauch der luxemburgischen Sprache zu erleichter
- Lëtzebuerger Online Dictionnaire – lod.lu
Das Online-Wörterbuch bietet Übersetzungen in vier Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch und Portugiesisch), sowie Beispiele für den Sprachgebrauch, Synonyme, Sprachausgabe von Wörtern und sogar Inhalte in Gebärdensprache. - Spellchecker.lu
Ein Rechtschreibkorrektor, mit dem sich Texte auf Luxemburgisch korrigieren lassen. - Sproochmaschinn.lu
Dieses Portal bündelt zwei ergänzende Hilfsmittel:
Schreifmaschinn – ein Transkriptionstool (Speech-to-Text), das gesprochenen Text in geschriebenen Text umwandelt.
Liesmaschinn – ein Text-to-Speech-Tool, das in Luxemburgisch verfasste Texte vorliest.
Die Hauptaufgabe des ZLS besteht darin, den Gebrauch der luxemburgischen Sprache zu fördern und zu begleiten. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Standardisierung und Weiterentwicklung der Sprache, indem es die offiziellen Rechtschreib- und Grammatikregeln ausarbeitet, aktualisiert und veröffentlicht. Das Zentrum engagiert sich auch in Sensibilisierungs- und Informationsinitiativen. Es organisiert Veranstaltungen und pädagogische Projekte, die die luxemburgische Sprache sowohl in der breiten Öffentlichkeit als auch im Fachbereich fördern. Außerdem trägt es zur Weiterentwicklung der Sprache und zur Forschung in diesem Bereich bei, indem es Bücher und sprachliche Ressourcen veröffentlicht, die das Verständnis und den Gebrauch des Luxemburgischen erleichtern.
Luxemburgisch lernen auf allen Stufen
Die Fördermaßnahmen zum Erlernen der luxemburgischen Sprache und Kultur sind ab dem frühen Kindesalter fester Bestandteil der Erziehung. Das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend entwickelt hierfür mehrsprachige didaktische Materialien für die Grundschule. Im Sekundarunterricht werden zudem nach und nach freiwillige Kurse eingeführt, wie zum Beispiel Orthographie, Lëtzebuergesch Kultur a Literatur („Luxemburgische Rechtschreibung, Kultur und Literatur“) oder Kreatiivt Schreiwen am Lëtzebuergeschen („Kreatives Schreiben auf Luxemburgisch“).
Auch über die Schulpflicht hinaus wird das Erlernen der luxemburgischen Sprache gefördert – unter anderem durch Einrichtungen wie das Nationale Spracheninstitut (INLL), insbesondere im Rahmen der Erwachsenenbildung. Seit 2023 ist das INLL als zuständige Behörde für das Erlernen der luxemburgischen Sprache anerkannt.
Das Institut:
- bietet Luxemburgischkurse von Niveau A1 bis C1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) für Sprachen sowie Kurse in anderen Sprachen an;
- führt die Prüfungen Lëtzebuergesch als Friemsprooch (LaF, „Luxemburgisch als Fremdsprache“) und Sproochentest durch, die für die Einbürgerung erforderlich sind, und bescheinigt die Sprachkompetenz im Luxemburgischen;
- entwickelt Unterrichtsmaterialien und digitale Tools, wie z. B. die Plattform llo.lu.
Ergänzend dazu unterstützt die Abteilung für Erwachsenen-bildung (Service de la formation des adultes, SFA) das Kursangebot in den Gemeinden und Partnerstrukturen und erleichtert so einen breiteren Zugang zur Bildung landesweit.
Arbeitnehmende und Selbstständige können zudem Sprachurlaub in Anspruch nehmen: bis zu 200 Stunden Urlaub pro Laufbahn, um die luxemburgische Sprache zu erlernen oder zu perfektionieren. Mit dieser Maßnahme unterstützt die Regierung nicht nur Einzelpersonen, die Lust haben, die Landessprache zu erlernen, sondern fördert Luxemburgisch auch als primäre Integrationssprache.
Der Biergerpakt („Bürgerpakt“), der durch das Gesetz vom 23. August 2023 über das interkulturelle Zusammenleben eingeführt wurde, steht allen volljährigen Personen offen, die in Luxemburg wohnen oder arbeiten, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, ihrem Aufenthaltsstatus oder der Dauer ihres Aufenthalts. Die Teilnahme am Biergerpakt ist freiwillig und ermöglicht den Zugang zum Programm des interkulturellen Zusammenlebens. Das Programm umfasst drei Module zur Einführung in das Leben in Luxemburg, darunter ein Sprachmodul, das auf informelle Weise mit den Amtssprachen des Landes vertraut macht. Durch verschiedene Aktivitäten können die Teilnehmer mindestens das Einführungsniveau A.1.1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen in einer oder mehreren der Verwaltungssprachen Luxemburgs (Luxemburgisch, Deutsch und Französisch) erreichen. Hinzu kommen Module für Fortgeschrittene, die auf die Vielfalt der Teilnehmer zugeschnitten sind und Aktivitäten und Kurse beinhalten, mit denen der Austausch und die praktische Anwendung der Sprachen gefördert werden.
Die Zukunft ist mehrsprachig
Um die luxemburgische Sprache ist es gut bestellt. Ihre Weiterentwicklung und ihr Erlernen werden vom Staat aktiv gefördert, der sie sowohl als lebendiges Kulturerbe als auch als Element des gesellschaftlichen Zusammenhalts würdigt. Die Förderung des Luxemburgischen geht daher Hand in Hand mit der Förderung der Mehrsprachigkeit. Diese Komplementarität bildet das Herzstück des luxemburgischen Sprachenmodells, in dem die Beherrschung mehrerer Sprachen als Reichtum und echter gesellschaftlicher Vorteil gilt. Denn Sprachen bringen Menschen zusammen – im Fall Luxemburgs darf man durchaus von einem wahrhaft „friedlichen Babel“ sprechen, in dem die luxemburgische Sprache und die sprachliche Vielfalt das Zusammenleben stärken.
Literaturverzeichnis
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Zusätzliche Quellen
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Herausgeber und Verfasser
Informations- und Presseamt der Luxemburger Regierung
33, boulevard Roosevelt
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Druck
Imprimerie Centrale
ISBN 978-2-87999-300-3
Septembre 2025
Übersetzung
Traducta
ISBN 978-2-87999-302-7
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